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2025-03-27

DU SCHAFFST DAS! WIE KINDER IM ALLTAG STARK & OPTIMISTISCH WERDEN

Stark.jpgWer kennt das nicht? Eine neue Situation kommt auf uns zu, eine Aufgabe, mit der wir noch nicht vertraut, in der wir nicht geübt sind. Da können schon mal Nervosität und Zweifel in uns aufkommen. Schaffe ich das? Wie wohltuend ist es, wenn es jemanden gibt, der an uns glaubt, uns zuspricht꞉ „Ich glaube an dich. Du schaffst es!“ Und wie gut ist das Gefühl, es am Ende wirklich gemeistert zu haben!
Das Leben ist reich an neuen Erfahrungen. Kinder erleben solche Situationen jeden Tag vielfach. Da ist die Stufe, die so hoch erscheint – und da soll ich runter? Und der  Schuh, er will einfach nicht auf meinen Fuß. Wie schaffe ich es, ihn anzuziehen? Wie schaffe ich es, im Morgenkreis vor so vielen Menschen zu sprechen?
Die Überzeugung, schwierige Aufgaben und Herausforderungen auf Grund eigener Kompetenzen zu bewältigen, nennt die Psychologie Selbstwirksamkeit. Ein Mensch mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung ist überzeugt, dass er schaffen wird, was er sich vorgenommen hat. Diese Überzeugung macht stark und widerstandsfähig für Herausforderungen und Krisen in der Zukunft. Ergebnisse aus der psychologischen Forschung weisen darauf hin, dass Menschen mit einer hohen  Selbstwirksamkeitserwartung zuversichtlicher in die Zukunft blicken, widerstandsfähiger und eher geschützt sind vor psychischen Erkrankungen. Die gute Nachricht ist꞉ Optimismus ist erlernbar, über die gesamte Lebensspanne hinweg. Der Prozess beginnt bereits im frühen Kindesalter.
Menschen lernen vor allem, indem sie eigene Erfahrungen machen꞉ Es ist mir etwas gelungen, ich habe etwas aus eigener Kraft geschafft, ich habe Erfolg. Zum anderen lernen wir am Modell꞉ Der beobachtete Erfolg von erfolgreichen Modellpersonen trägt auch wesentlich zum Aufbau der Selbstwirksamkeitserwartung bei꞉ Ich habe gesehen, dass es sich lohnt, es zu probieren und nicht aufzugeben, wenn es einmal nicht klappt. In der Kita bieten sich täglich zahlreiche Gelegenheiten für Momente des Erfolgs. Schon mit der Eingewöhnung machen die Kinder die Erfahrung, dass sie Teil einer Gruppe werden können – mit zunächst völlig unbekannten  Personen. Behutsam begleiten die Pädagog꞉innen die Kinder und Eltern in dieser herausfordernden: Du schaffst es! Ich glaube an Dich!

In der Krippe machen Kinder viele Erfahrungen zum ersten Mal in ihrem Leben. Viele Kinder lernen gemeinsam mit den anderen, mit Besteck zu essen und aus einer Tasse zu trinken. Ihrem Entwicklungsalter angemessen werden sie dabei von den Pädagog꞉innen unterstützt bzw. animiert, es selbst zu probieren. Bei einem gemütlichen gemeinsamen Mittagessen beobachten sie die Erwachsenen sowie die anderen Kinder. Dass oft etwas daneben geht gehört dazu. Welch Freude ist in den Augen der Kinder zu erkennen, wenn sie es geschafft haben, sich zum ersten Mal selbst einzuschenken oder aus der großen Schüssel zu schöpfen!

Werden die Kinder älter, trauen wir ihnen zu, Regeln zu akzeptieren und abzuwarten. Das ist bei Weitem keine einfache Aufgabe, wenn in der eigenen Entwicklung die Autonomie gerade an oberster Stelle steht. Durch sprachliche Begleitung, klare, angekündigte Regeln bekommen die Kinder Orientierung und Sicherheit. Sie lernen, im
geschützten Rahmen eigene Entscheidungen zu treffen und sich auszuprobieren. Dazu gehört es, die Grenze eines gesetzten Rahmens zu erproben – das ist Lernen durch Erfahrung. Gleichzeitig stehen ihnen Be-zugspersonen zur Seite, die sie kennen und ihnen zutrauen, dass sie es schaffen können, eine Balance zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Interessen der Gemeinschaft in Einklang zu bringen. Sie verstehen „Ich traue dir zu, dass du abwarten kannst im Morgenkreis.
Ich habe dich gesehen und möchte deinen wertvollen Beitrag gerne später hören. Jetzt spricht ein anderes Kind.“

Der Konflikt zwischen den eigenen Interessen und den Interessen der anderen Personen beginnt im Krippenalter, wenn das Bewusstsein von „ich“ und „die anderen“, sich entwickelt. Im Kindergartenalter steht das Spiel mit den anderen im Vordergrund. Dazu gehört auch, zu verhandeln, Enttäuschungen hinzunehmen, an etwas teilzunehmen, was gerade nicht so viel Spaß macht und beim nächsten Mal vielleicht eigene Ideen durchsetzen zu können. Die Pädagog꞉innen ermutigen die Kinder darin, eigene Bedürfnisse und Interessen sprachlich zu äußern, verbal für sich einzustehen und sich Unterstützung zu holen, wenn sie nicht weiterkommen. Nach und nach lernen die Kinder eigene Wege kennen, ihre Ziele zu verfolgen und dranzubleiben.

Es ist wichtig, dass der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben den Kindern und ihrer Entwicklung entspricht, so dass das Kind auch die Chance auf ein Erfolgserlebnis hat. Auch positive Vorbilder haben eine unterstützende Funktion, z. B. Erzieherinnen, die bei der Bewältigung schwieriger Aufgaben Selbstvertrauen zeigen oder das Kind
ermutigen, wenn einmal etwas nicht geklappt hat. Dafür benötigen die Kinder die entsprechende Zeit. Der strukturierte Tagesablauf sieht viele Zeitfenster vor, die viele Möglichkeiten eröffnen, sich auszuprobieren und Aufgaben in ihrem Tempo zu bewältigen. Ganz nach Maria Montessori „Hilf mir, es selbst zu tun“ und „Lass mir Zeit“. Die sprachliche Begleitung und die Nähe durch eine Bezugsperson geben dem Kind Sicherheit. Die Haltung, dass ihm etwas zugetraut wird, ermutigt es.

Auch in Büchern finden die uns anvertrauten Kinder Modelle, die ihren Selbstwirksamkeits- „Topf“ füllen. In den Bilderbüchern der Reihe „Little people, big dreams“, mit  der wir in unseren Einrichtungen arbeiten, lernen die Kinder reale Personen in Bilderbüchern kennen, die als Kind einen Traum hatten und diesen oft entgegen widrigen Umständen verwirklicht haben. Diese Figuren können den Kindern wertvolle Vorbilder sein. So hat zum Beispiel der Ire Ernest Shackleton (1874-1922) schon als Kind den Drang verspürt, die Welt zu entdecken und in die Teile vorzudringen, in denen nie jemand zuvor war. Er galt als zuversichtliches und mutiges Kind mit Durchhaltevermögen und hielt an seinem Traum fest – entgegen den Vorstellungen seiner Eltern. In seien Dreißigern plante er die Durchquerung
der Antarktis mit seinem Schiff Endurance – zu Deutsch Ausdauer. Doch das Schiff blieb im Eis stecken und die Crew musste sich in Rettungsbooten
auf den gefährlichen Weg Richtung Festland machen. Mit Ernests Mut, Zuversicht und Durchhaltevermögen gelang es der Mannschaft, sich unter widrigsten Umständen nach vielen Monaten in Sicherheit zu bringen. Die Krippenkinder in der Dachauer Straße links erlebten die Geschichte in ihrer Gruppe über mehrere Wochen hinweg. Heute, wenn etwas nicht so einfach ist, heben Kinder und Pädagog꞉innen die Arme und rufen zusammen ihren Leitsatz, der sich in dieser Zeit etabliert hat꞉
„Wir schaffen es!“

In diesem Sinne꞉ trauen wir den Kindern etwas zu, lassen wir ihnen Zeit, dann werden sie zu zuversichtlichen und mutigen Erwachsenen.

Caro - 14:07:55 @ Allgemein



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